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#1 Feldmäßig und trotzdem historisch Kochen von Saxari 01.09.2011 08:51

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So, liebe User, ich bitte um Erfahrungen, Rezepte, technische Details uvm..

Es lebe der König!
Saxari

#2 RE: Feldmäßig und trotzdem historisch Kochen von Oberjaeger Huras 01.09.2011 18:53

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Mmh???

Vielleicht sollte man erst mal eine Liste erstellen was zum Grundwarenkorb gehört.
Also was man zur Grundverfügung hat.

Ansonsten das was die Natur bietet.

Wie sieht es eigentlich mit Paprika aus, war der zu der Zeit in Europa schon verbreitet?

Aber hier ein Tolles Essen. Ich nenne es mal Tiroler Pfanne

Ein Stück Fleisch Vom König. Heute gab es Rind und zwar von Rücken
1 Möhre von Bauer Lemkes wiesen geschenkt bekommen
1 Rote Paprika,
1/2 Zwiebel oder Lauch
3 Kleine Kartoffeln
Salz
wenn man hat Rosmarin Zweig
Ein Schluck Rotwein

Das Fleisch in streifen Schneiden, anbraten
Die Kartoffeln in Ecken( wie potato Wedges) und wenn das Fleisch schon etwas Farbe hat mit hinein, dann die Möhren, auch in Scheibchen oder was man möchte -Würzen mit Salz, Wenn der König etwas Pfeffer hatte, den auch mit dran.
Die Zwiebeln oder Lauch auch in kleine streifen und mit rinn in die Pfanne. Jetzt die Paprika, die vorher auch in streifen geschnitten wurde. Kurz mit an schwenken, aber nicht das er zu dunkel wird, da wird er bitter. So nun den lecker Rotwein, zum ablöschen und den Rosmarin der auch ab gezupft wurde mit ran. Kurz köcheln lassen. FERTIG

#3 RE: Feldmäßig und trotzdem historisch Kochen von Onkel Hu 01.09.2011 19:17

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Steinesuppe!!!!
Einen Topf mit Wasser ansetzen.
Einen sauberen Stein in das Wasser geben.
Wenn einer im Lager Salz hat etwas in den Topf.
Einer hat Möhren der andere eine Blutwurst ,der Dritte hat Graupen, der Vierte hat Zwiebeln.
Dann kommt einer der hat einen Becher Rot oder Weiswein. rein in den Topf.
Kartoffeln kommen von einem anderen.
Einer hat Rauchfleisch ,das muß aber kleingeschnitten werden.
Rote Rüben am Wegesrand kann man auch reinschneiden.
Alles was da oder beschafft werden kann paßt. Nur kein Fisch!!!!!!!!!!!!!!!!
Das haben wir noch nicht probiert.
Achtung!!!!!!!!!!!!!!!!!
Alles essbar. Nur die Steine nicht!!!!
P.s. Fragt Sniper der Letzte Tag unseres Thüringenmarsches .Ein hervorragendes Nudel,Linsen,Leberwurst Spagetti,Reis,Tomaten,Eier,Käse,Bohnen,Blütwurst,Schinken,Reis,Und weiß der Teufel Suflee.
Eier waren auch dran.
Es sah aus wie Büffelkotze ,aber es hat geschmeckt. Nach was weiß Keiner ,aber interessant wars schon.
Das haben wir nie wieder so hin bekommen!!!!

#4 RE: Feldmäßig und trotzdem historisch Kochen von Onkel Hu 01.09.2011 19:30

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Wurst hat Jeder.
Leberwurst, Blutwurst,Knacker einfach mit Wasser ansetzen,Kochen Nudeln Reis Linsen Erbsen,Möhren.oder auch andere Gemüse dazu.
Kochen lassen .abschmecken .
Suppe Fertig!
Für ganz Harte :
Wenn es am Salz mangelt!
Pulver tuts auch.
Salpeter ist zwar nicht ganz so wie Salz aber es würzt.
Nur vorsicht auf der Latrine!!!!!

#5 RE: Feldmäßig und trotzdem historisch Kochen von Oberjaeger Huras 01.09.2011 19:36

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Nudeln hatten sie nicht, Reis vielleicht.
Wenn dann die Nudeln Selber machen , aus Mehl und Wasser, ein Tropfen Öl,
Und das alles in einem Topf??? Das klingt schon ixe... Und Lorbeer und Piment hatte auch nicht jeder in sein Feldmäßigen Gepackten Tornister

zu beitrag 3

#6 RE: Feldmäßig und trotzdem historisch Kochen von Onkel Hu 01.09.2011 19:39

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Kuh steht auf Weide .
Melken!
Hühner im Stall!
Eier klaun!
Mehl 500g im Tournister!
Salz Im Tournister ( 1 Priese)
Den Mist zusammenruhren.
Fett zum Braten und eine Pfanne organisieren.
Entweder es werden Eierkuchen oder Waffeln.

#7 RE: Feldmäßig und trotzdem historisch Kochen von Onkel Hu 01.09.2011 19:44

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Ich finde Ihr habt begiffen das ihr keine Rezepte braucht, sondern ihr sollt aus dem was ihr habt was Zaubern.
Schmeißt zusammen was ihr habt und es wird euch schmecken!
Oder seit ihr Gourmees welche nörgelnd die Weinsorte kritisieren!
Versucht einfach aus dem was ihr habt einen Sonntagsbraten zu zaubern.

#8 RE: Feldmäßig und trotzdem historisch Kochen von Corporal 01.09.2011 19:55

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Onkel Hu wie wir ihn kennen und stilecht wie ein "Schwarzer" - hat nur die Steine vom Wegesrand und rennt wie ein Huhn durchs Biwak und schnurrt und wenn es gut geht, alles im Namen seines Königs.So kennen wir ihn.Aber Sniper - frag doch mal Deinen Lehrmeister,der hat von seinem Vater ein Kochbuch aus der Zeit bekommen. Gekocht hat er uns daraus noch nichts-welch ein Mangel.Hat wohl sein Wissen an seine Lehrjungen verschleudert. Nein,unterhaltet Euch mal miteinander darüber.Vielleicht kannst Du dann bei uns im Lager Deine hist.Kochkünste vorstellen.Aber laß das Pulverchen oder etwaige böse Essencen weg.

#9 RE: Feldmäßig und trotzdem historisch Kochen von Oberjaeger Huras 01.09.2011 21:00

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Es geht ja darum was man hat, und bekanntlich hat man zu viel mit.
Wenn ich höre Blutwurst, Reis, Linsen, Nudeln, usw. Das hat ein Soldat nicht mit gehabt.
Auch eine Kuh gibt nur Milch wenn sie Gekalbt hat, oder heutzutage durch Hormonbehandlungen. Auch war Milch damals Mangelware.

Und ein Soldat findet nicht immer am Wegesrand ein Huhn was Eier legt.
Also wird die Auswahl immer enger.
Deswegen die Rezepte.
Zum Beispiel kann der Soldat aus seinem Tornister hartes Brot nehmen das in Würfel schneiden. Dazu ein Stückchen Speck in kleine Würfel schneiden. ein paar Zwiebelwürfelchen und alles mit ein Schluck Wasser vermengen Mehl aus dem Tornister und kneten, wenn man hat ein Ei, Und alles als eine Wurst ins Handtuch gewickelt und dämpfen.
Natürlich kommt an die Masse Salz dran, und wenn man in der Natur Kräuter findet die auch. Lecker Semmelknödel.
Es muss einfach sein.
Und vielleicht auch mal zurück versetzen. Was hatten sie, was war möglich.
Selbst Wein war bei den Soldaten nicht immer in der Flasche, meistens nur Flusswasser mit einem Schluck Essig zur Desinfektion.

Wurst gab es auch nicht immer. Vielleicht ein Stück. Und ob ich die dann verkochen würde? zu der Damaligen zeit. Ich Glaube nicht.
Auch Fett zum Braten, woher haben sie es im Feld genommen??? ich glaube das hatte auch keiner im Tornister.
Das alles hat nichts mit Nörgeln zu Tun, sondern mit Ideen Austausch. Als immer nur alles "in einen Topf zu Schmeißen".
Auch mal was anderes zu essen als das was man mitbringt.

#10 RE: Feldmäßig und trotzdem historisch Kochen von Frettchen 02.09.2011 11:04

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Dazu kann man sich auch mal an den Koch des 2. leichten sächs. Inf. Regiment wenden. Der hat seine Leute mal eine Wochenende historisch verköstigt. Es war sehr wenig, vor allem nicht nahrhaft und die Jungs sind sehr hungrig nach Hause gefahren!!
Das gab halt nur wenig Brot (das muss gebacken werden und das ist im Feld schwer), sondern früh Hafer- oder Hirsebrei (das sättigt aber gut). Aber dann nur eine Suppe, wobei es wohl eher eine Brühe war.
Aber da kann man ihn mal fragen!
Manja

#11 RE: Feldmäßig und trotzdem historisch Kochen von Jäger K. 02.09.2011 12:11

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ja das ist richtig
die Soldaten hatten nur ihren Kochkessel und evt. eine Pfanne und Kanne dabei.
Damit mussten sie alles kochen was sie brauchten.. und nicht nur das. Auch das Wasser muss abgekocht werden.
Wenn also eine Truppe im Feld stand musste nach einem Marsch am Lagerplatz erstmal 2 Dinge besorgt werden -Wasser und Holz
Dann wurde abgekocht damit was zu trinken da war (wie lange dauert es einen 20 Liter Kessel zum kochen zu bringen?). Dann konnte gekocht werden. Dabei konnte nur das verwendet werden was die Soldaten in der Umgebung fanden. Also zogen sie ins nächste Dorf und plünderten dort alles was Sie fanden (dabei muss man beachten das ja Einheiten von 5 oder 10000 Mann an einem Platz lagerten). Das wurde dann mehr oder weniger in den Kessel geworfen und gekocht. Stand eine Truppe länger an einem Ort dann konnten Feldbäckereien aufgebaut werden (Wenn genug Mehl da war). Morgends war normalerweise um 4 Uhr wecken und um 5Uhr Abmarsch.
Davor musste jedoch wieder Wasser abgekocht werden für den Tag. Es wird schon schwierig gewesen sein überhaupt an das Wasser zu kommen.

#12 RE: Feldmäßig und trotzdem historisch Kochen von Oberjaeger Huras 02.09.2011 22:05

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Ich denke mal nicht das sie eine Kanne dabei hatten. Wozu auch? Der Kessel ist Okay. Aber ich Schätze mal eine Pfanne gehörte nur zur "Küchenausstattung" einer Ordonanz des Offiziers.
Ich glaube das geht zu weit. Haferschleim zum Frühstück. Nein aber warum nicht.
Ich denke aber das die Soldaten damals auch "Selbstversorger" im Feld waren. also jeder sein "Süppchen" selbst gekocht zu mindestens bei Preußen. Immerhin hatten sie ja schon das Kochgeschirr.
Und wenn ich zelte abschaffe um Mobiler zu Werden, schaff ich auch Große Kessel ab.

#13 RE: Feldmäßig und trotzdem historisch Kochen von Jäger K. 02.09.2011 22:34

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der Kessel war immer dabei..
in einem Völkerschlachtbericht stand.. wärend sie schon in der Schlachtaufstellung standen kochte hinter ihnen der Kessel mit dem Kochfleisch..dann traf den Kessel eine Kanonenkugel und das ganze Fleisch war weg...

hier ein interessanter Link dazu http://www.demi-brigade.org/marmite.htm

Auszug: [...] Es gibt indessen einen wichtigen Artikel, der uns völlig fehlt: das sind die Feldkessel und die blechernen Trinkflaschen [marmites-bidons], und ich habe mich hier vergewissert, daß es keine Möglichkeit gibt, sie uns liefern zu lassen. Wir müssen uns daher auf uns selber verlassen. Ich fordere Sie auch auf, nach Erhalt meines Briefes die généraux de division zu bitten, den colonels zu empfehlen, daß sich im Falle eines Marschbefehls jeder capitaine im Einvernehmen mit der Bevölkerung mit den Kesseln aus unverzinntem Eisenblech [marmites faites en tôle battue] versieht, deren man sich in Deutschland bedient. Dieser Gegenstand ist nicht sehr teuer, und verleiht dem Soldaten die Fähigkeit, sich seine Suppe zu kochen. Jede Kompanie muß sich so damit versehen, daß sie einen oder zwei zusätzlich hat. Es ist besser, hierin Überfluß zu haben, da sie nur zu leicht leicht unbrauchbar werden. Dieser Befehl muß unverzüglich ausgeführt werden und gilt für alle Waffengattungen des 3. Korps. [...]

#14 RE: Feldmäßig und trotzdem historisch Kochen von Jäger K. 02.09.2011 22:51

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...mhm.. lest auch mal die Seite mit der Ausrüstung!


Bekleidung und Ausrüstung.

Unsere ganze Ausrüstung entspricht den originalen Vorschriften und Uniformschnitten der Zeit. Was nicht in die Napoleonische Zeit paßt, wird einfach weggelassen. Wenn jemand zum Beispiel noch keine passenden historischen Schuhe hat und die Depotbestände schon an jemand anders verliehen sind, läuft er eben barfuß und versucht, damit zurechtzukommen und/oder sich mit Fußwickeln oder ähnlichem zu behelfen. Mit guter Laune und gegenseitiger Hilfe läßt sich alles bewältigen.

Lager.

Wir verwenden nur das, was wir auf dem Marsch mitnehmen können. Also haben wir, genauso wie die französischen Soldaten damals, keine Zelte, doch zum Glück gibt es ja immer Stroh und manchmal sogar Material, um eine Laub- oder Strohhütte zu bauen, und es regnet selten. Das klingt "gefährlicher" als es ist, denn mit einem großen Lagerfeuer und einer Wolldecke oder einem Mantel läßt sich alles überstehen, ohne krank zu werden. Die "Unbelehrbaren" schlafen dennoch in einem strohgefüllten, originalgetreu rekonstruierten französischen Militärzelt.

Auftreten.

Wir halten uns - auch bei heißem Wetter - an die Bekleidungssitten der Zeit: Kopfbedeckung, Halsbinde, keine Hemdsärmel. Unteroffiziere immer im Uniformrock mit Hut. Natürlich wird viel gedrillt. Die Muskete wird nur mit den damals gebräuchlichen Mitteln gereinigt, ebenso die übrige Ausrüstung und Bekleidung. Feuer wird mit Schlagstahl und Zunder angemacht, und wir rauchen (in der Öffentlichkeit) nur Pfeife. Die fröhliche Stimmung in unserer Gruppe läßt uns vermeintliche Unbequemlichkeiten rasch vergessen.

Verpflegung.

Gekocht wird mit der Ausstattung der damaligen Zeit, also Eisenblechkanne, Gamelle und Kessel, die ins Feuer gestellt werden. Grillrost und Dreibein und ähnliche Campingausrüstung braucht man für die Zubereitung eines leckeren Essens nicht, und ihr Gewicht würde uns auf dem Marsch nur unnötig belasten. Modern verpackte oder ohne Kühlung nicht haltbare Nahrung wird gar nicht mehr zu einem Treffen mitgenommen - es gibt dann halt für die Dauer der Veranstaltung keine Butter aufs Brot oder keine Nutella, doch es gab sie für Soldaten vor 200 Jahren ja ebensowenig, ohne daß die Leute hieran starben. Unser französisches Militärbrot, dessen Rezept wir nach den damaligen Vorschriften rekonstruiert haben, ist auch so sehr schmackhaft.

Worauf wir verzichten.

Manches damals allgegenwärtige ersparen wir uns, wie zum Beispiel Parasiten (Läuse u.ä.) sowie unfreundliche oder despotische Vorgesetzte. Der abendliche Zapfenstreich entfällt (nicht aber das pünktliche Wecken morgens früh). Überflüssige Härten, wie Exerzieren in der prallen Sonne oder die ganze Nacht durch Wache zu stehen, vermeiden wir ebenso, wenn es nicht nötig ist. Auch beim Plündern, Rauben und Brandschatzen halten wir uns ein wenig zurück

Das ist das Ziel oder? ;-)


sniper.. keine Nutella !!! *gg*

#15 RE: Feldmäßig und trotzdem historisch Kochen von Oberjaeger Huras 03.09.2011 08:18

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Die Demi brigade ist aber Frankreich, und ich dachte wir sind Preußen oder unter Preußen.
Frankreich hatte aber auch keine Essgeschirre, Die Soldaten saßen alle um den Kessel und haben Daraus gegessen, da nicht jeder einen Eigenen Teller hatte. Nur bei der Garde besaß jeder einen. Da muss man schon einen Kessel mit nehmen. Und wie du siehst von Pfanne steht dort auch nichts. Die Kessel von Frankreich wurden auch glaube ich auf dem _Rücken getragen, damit es bei einem Rückzug gleich mit genommen wurde.
Und ein grill und Dreibein hatten sie auch nicht, nur ins Feuer gestellt.
Preußen Hatte ab 1813 die "Gulaschkanone" eingeführt. zwar noch nicht in allen Einheiten, aber sie setze sich langsam durch. Offiziell wurde sie erst 1892 in den dienst gestellt. Aber die ersten Modelle fanden ihren Dienst. Hier einen Link dazu http://www.gulaschkanone.org/gulaschkanone.html

Auch bezweifle ich Persönlich das Jeder Soldat einen Schlagstahl dabei hatte um Feuer zu machen. Da es für sie einfacher ist, das Gewehr dazu zu gebrauchen, Pulverreste finden sich in jeder Kartuschentasche, das auf die Pfanne und schon macht man Feuer mit dem Schloss.
Nutella gab es nicht, das ist uns allen klar, aber wer darauf nicht verzichten möchte, der soll es tun und gut. Diese Diskussionen fangen wir hier nicht an.

Aber das die Versorgung der Truppen Spartanisch und nicht wirklich nahrhaft waren kann ich mir gut vorstellen. Nur das ist ein Punkt den ich nicht "real" haben möchte. Und das der Geschmack damals auch auf der strecke blieb.

Nur jetzt eine kleine Gegenfrage.
Wenn die Truppen Gemeinsam versorgt wurden. Wozu trägt dann jeder Soldat Zwei Brote, 1/2 Pfund Mehl, 1/4 Pfund Salz und 1/2 Pfund Fleisch mit sich. und musste davon Leben? brauch ich doch alles nicht wenn ich gemeinsam verpflegt werde.
Das Fleisch war abgekocht, gepöckelt oder wurde roh ausgeben.

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